Das große Los, Meike Winnemuth

Sonntag, November 13, 2016


2016 hat mich dieses Buch begleitet. In Zügen und auf Sofas, eingemummelt in Decken, in Betten (Mehrzahl, weil inklusive einem Umzug und Urlauben), an Flughäfen und auf Bali.
Es ist so toll, dass ich davon erzählen will. Ich hätte es in einem Rutsch durchlesen können, wollte ich aber nicht. 12 Kapitel über 12 verschiedene Städte und jedes musste erst einmal sacken.

Eins vorweg: Es ist ein Reisebericht und alles so erlebt, wie es geschrieben ist. Meike Winnemuth ist Journalistin und gewinnt bei Wer wird Millionär eine halbe Millionen Euro. Sie entscheidet sich dafür, das Geld für eine Weltreise auszugeben, ein Jahr um die Welt, in zwölf Städten zu leben, jeden Monat ein neues Land.


Das sind die Orte (in einigen war ich auch schon):
Sydney
Buenos Aires
Mumbai
Shanghai
Honolulu
San Francisco
London
Kopenhagen 
Barcelona
Tel Aviv
Addis Abeba
Havanna


Als freie Journalistin kann sie an allen Orten nebenbei arbeiten. Das Wichtigere aber: Sie genießt die Zeit und das Fremde und schreibt in Briefen über den Reisemonat. Dabei ist der Adressat immer eine Freundin oder ein Freund (einmal ihr Publikumsjoker der Sendung) und vielleicht habe ich mich deshalb auch so mitgenommen gefühlt.
Jede Stadt ist anders und jeder Brief ist anders; am Ende eines jeden Kapitels sind noch Fotos angehängt, eben auch wie bei einer Freundin, die Fotos von ihrem Urlaub zeigt.
Nicht unerwähnenswert: Ihr Humor, ihre Ideen, ihr Optimismus.

Mein Lieblingsort: Mumbai, weil es so anders ist, so fremd. Und die Geschichte mit dem Hochhaus darin vorkam.

Mein Lieblingsland: Äthiopien. Weil es so anders war und mich genauso überrascht hat wie sie.





"Meine Güte, wie wenig Ahnung ich doch von der Welt habe! Das wird mir jetzt erst klar. Ich dachte immer, ich sei einigermaßen herumgekommen. Aber ich wusste nichts von Lalibela, nichts vom Axumitischen Reich. Nie gehört, nicht in der Schule und auch nicht später, und diese Ahnungslosigkeit kreide ich mir ganz allein an. Wenn ich mir überlege, mit welchem banalen Mist ich mich oft beschäftigt habe, wenn ich mir weiter überlege, wie viel Schönheit und Reichtum und Wissen wohl noch auf Erden existiert und von mir in meinem Eurozentrismus einfach nie zur Kenntnis genommen wurde …"


Hier auf dem Blog hat sie übrigens auch während ihrer Reise geschrieben und es gibt noch viele Bilder zu sehen:  http://www.vormirdiewelt.de/

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“People sometimes say that the way things happen in the movies is unreal, but actually, it's the way things happen to you in life that's unreal. The movies make emotions look strong and real, whereas when things really do happen to you, it's like you're watching television -- you don't feel anything.” - Andy Warhol